Hans Torwesten: Vedanta

Kern des Hinduismus

Walter-Verlag, 1985

TorwestenDer indische Vedanta, dessen Geist sich in den Upanishaden und der Bhagavad-Gita niedergeschlagen hat, wird vor allem in seinem mystischen Aspekt – unter anderem die Liebe zu einem persönlichen Gott oder zur Göttlichen Mutter – von einem kompetenten Autor erfrischend lebendig, gut verständlich und dennoch differenziert dargestellt.

Der Vedanta stellt das umfassendste und offenste hinduistische System dar, weshalb ihn manche als “universale Religion” verstehen. Er gilt als der egentliche Repräsentant östlicher Mystik und Metaphysik. Aus den ältesten indischen Schriften, den Veden (veda = Wissen) entstanden, will er diese abschließen und übersteigen; beides steckt im Wort: veda-anta = Ende der Veden.

Er umfaßt die Upanishaden, die oft als Geheimlehre aufgefaßst werden. Wahr daran ist lediglich, daß ihr Geheimnis einem nur durch Übung aufgeht. Sie sind Erfahrungsmystik par excellence und bestehen jeweils aus einem Werk-Teil und einem Erkenntnis-Teil. Denn die begrifflichen Vorstellungen von Brahman, Atman usw. sind nur aufgrund persönlicher Erfahrung nachvollziehbar.

Es folgt das Juwel der indischen Literatur, die berühmte, aber Auch umstrittene Bhagavad-Gita. Ist ihr Krishna ein bloßer Kriegsgott, oder fallen in ihm die Gegensätze zusammen? Hier werden auch die verschiedenen Yoga-Wege zur Gottheit beschrieben.

Die Advaita-Lehre (a-dvaita = Nicht-Zweiheit) stellt den philosophischen Höhepunkt des Vedanta dar. Sie faßt den ganzen Kosmos als strenge Einheit auf. Der Mensch ist nur eine Erscheinungsweise Gottes. Alles als nicht-göttlich Erscheinende ist Maya: Schein. Ihr bedeutendster Vertreter var Shankara.

Der Gegenschlag des Pendels bestand im Festhalten an einem persönlichen Gott als Gegenüber des Menschen. So entstanden die verschiedenen Bhakti-Kulte. Im 19. Jahrhundert nahm die Verehrung der Shakti als weiblicher Gottheit und Göttlicher Mutter (siehe Umschlagbild) ein starkes Ausmaß an. Sie wird under anderem als die schöpferische Kraft Gottes aufgefaßt. Bekannte Namen sind damit verbunden: Ramakrishna, Vivekananda, Aurobindo, Maharshi.

Die Beziehung zwischen Westen und Vedanta und die lebendige Ergänzung auf beiden Seiten bilden den Abschluß des Buches. Die Stoßkraft christlicher Nächstenliebe und die Weite vedantischer Mystik müssen sich verbinden.

Inhalt:

Der Geist der Upanishaden

Krishna Pantokrator – die Botschaft der Bhagavad-Gita

Advaita – die Philosophie der Nicht-Zweiheit

Die Verteidigung der Gottesburg – die Liebe zum persönlichen Gott

Die Rückkehr der Shakti – die schöpferische Kraft Gottes

Vedanta und der Westen

Über den Autor:

Hans Torwesten, 1944 in Oberbayern geboren, Gymnasium in Westfalen, 1965-68 Studium an der Kunstakademie Wien, 1968-74 Studium der indischen Philosophie, Meditation, Yoga usw. am Ramakrishna-Vedanta-Center in England. 1974-76 Vorträge und Yoga-Kurse in Innsbruck, seit 1976 freischaffender Maler und Schriftsteller in München, jetzt in Weitersfelden/Österreich.

Publikationen: Ramakrishna. Schauspieler Gottes (1981); Ramakrishna und Christus oder das Paradox der Inkarnation (1982);  Sind wir nur einmal auf Erden? (1983); Gott ist Auch Mutter (1984); Ramakrishna und Christus oder das Paradox der Reinkarnation (1993); Ramakrishna. Ein Leben in Extase (1997); Der Mut auf den Grund zu gehen (2007); Schöpfung. Die Ekstase Gottes (2008); Vivekananda. Ein Brückenbauer zwischen Ost und West (2015).

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